Um vom Wissen zum Handeln zu gelangen, braucht es die enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und den verschiedenen gesellschaftlichen Akteuren aus Unternehmen, Verbänden, Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft. Climate Change Graz setzt dazu auf Workshops, Fokusgruppen, Living Labs und andere partizipative und transdisziplinären Formate, in denen gemeinsam robuste und anwendungsorientierte Lösungen entwickelt werden. Für die Umsetzung der transdisziplinären Forschung wurde 2021 die Stelle eines Transacademic Interface Managers geschaffen.
Zudem stehen auch am RCE Graz-Styria - Zentrum für nachhaltige Gesellschaftstransformation und dem Wegener Center für Klima und Globalen Wandel Projekte mit gesellschaftlichen Akteur:innen im Mittelpunkt.
Living Labs sind ein vielfach erprobtes transdisziplinäres Format für Dialog und Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. In realen Lebens- und Handlungsumgebungen werden gemeinsam mit den beteiligten Akteur:innen wissenschaftlich und gesellschaftlich robuste Lösungen für Klimaschutz, Klimaanpassung und die gesellschaftliche Transformation ko-kreativ erarbeitet, erprobt und iterativ weiterentwickelt – mit dem Ziel, vom Wissen ins Handeln zu kommen. Als Forschungsinfrastruktur kommen Living Labs in Forschung, Lehre und Third Mission gleichermaßen zum Einsatz.
Diese Living Labs sind erfolgreich Projekte im Profilbereich:
Eine nachhaltige Umgestaltung des Wohnungssektors ist entscheidend für die Erreichung der Klimaziele. Cohousing, gemeinschaftsorientierte Wohninitiativen, haben in Europa an Anerkennung gewonnen und könnten eine Schlüsselrolle bei der Dekarbonisierung des Sektors spielen. Ihre Ergebnisse wurden jedoch in den Strategien des Wohnbaus, den Finanzierungssystemen und den Entscheidungsprozessen bisher nicht angemessen berücksichtigt. Das GO4CO-Projekt zielt darauf ab, österreichische Entscheidungsträger:innen durch die Bereitstellung von wissenschaftlichem Hintergrundwissen für die Umsetzung von Cohousing-Strategien zu unterstützen, die einen klimafreundlichen Wohnungssektor fördern. Im Rahmen des Projekts werden Fallstudien in drei österreichischen Bundesländern analysiert, Governance-Praktiken beleuchtet und hieraus eine politische Roadmap entwickelt, um Cohousing als nachhaltige Alternative zu fördern und sich positiv auf das breitere Wohnsystem auszuwirken.
Gefördert vom Austrian Climate Research Programme (ACRP).
Projektleitung: Andrea Jany
Das Projekt DeCO2 zielt darauf ab, einen klimafreundlicheren Gebäudesektor zu fördern, der derzeit für 40 % des Energieverbrauchs und 36 % der CO2-Emissionen in Europa verantwortlich ist. Die derzeitigen Praktiken verbrauchen enorme Mengen an Rohstoffen und erzeugen erhebliche Abfälle. Die zunehmende Materialentnahme und die geringere globale Kreislaufwirtschaft verschärfen diese Probleme zusätzlich. DeCO2 hat zum Ziel diese Lücke zu schließen, indem innovative Technologien für Bauelemente, Materialien und Produkte gefördert werden. Das Projekt strebt starke Partnerschaften über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg an: Es richtet sich an Entwickler:innen, politische Entscheidungsträger:innen und die Bauindustrie. DeCO2 steht im Einklang mit den Nachhaltigkeitszielen der EU und legt den Schwerpunkt auf Gesundheit, Wohlbefinden und Inklusion.
Gefördert von Horizon Europe (Projekt-Nr. 101147781).
Team (Uni Graz): Andrea Jany (Wegener Center), Maria Bertel, Miriam Hofer, Negar Ghezel Sefloo (Institut für Öffentliches Recht und Politikwissenschaft)
Das übergeordnete Ziel von HeriSol ist die innovative Integration sauberer Energietechnologien in das architektonische Erbe Europas. Dabei werden denkmalgeschützte Gebäude zu aktiven Elementen der Energiesysteme. Im Speziellen geht es um die Entwicklung von bauteilintegrierten färbigen Photovoltaikelementen, Mikrowärmepumpen und Energiegemeinschaften. Neben der Terrassenhaussiedlung in Graz werden in drei weiteren Demonstratoren, in Spanien, Lettland und Irland, diese Maßnahmen entwickelt und erprobt. Das Wegener Center leitet die Umsetzung der Maßnahmen in den vier europäischen Demonstratoren. Methodisch wird dies durch die Initiierung einzelner Living Labs transdisziplinär und somit partizipativ umgesetzt. Das Projekt läuft von Dezember 2024 bis November 2027.
Gefördert von: CET – Clean Energy Transition
Team (Wegener Center): Andrea Jany, Holger Hoff, Johanna Pfeifer, Sophia Lehner
Das Projekt FEAST wird vom EU-Programm HORIZON-CL6-2021-FARM2FORK-01-15 finanziert. Es zielt darauf ab, die europäischen Ernährungssysteme aus einer Situation des „Lose-Lose-Lose-Win“ zu befreien, in der nur große Lebensmittelkonzerne „gewinnen“, während die Umwelt, die Gesundheit und der öffentliche Sektor mit enormen Belastungen konfrontiert sind. FEAST will mit Blick darauf den gegenwärtig besten Lösungsansätzen zum Durchbruch verhelfen sowie neue Lösungsansätze zusammen mit den Stakeholdern von Ernährungssystemen in ganz Europa ko-designen. Dabei inkludiert FEAST verschiedene vulnerable Gruppen und untersucht, wie diese unterstützt und empowered werden können für einen gerechten Übergang zu gesünderen und nachhaltigeren Ernährungspraktiken; und wie sie von diesem Übergang am meisten profitieren können. Dabei bezieht FEAST die Mikro-, Meso- und Makro-Ebene von Ernährungssystemen von den Produzierenden über den Einzelhandel bis hin zu den Konsumierenden ein.
Finanzierung: EU – Horizon Europe, Innovate UK, Swiss State Secretariat for Education, Research and Innovation (SERI)
Kontaktpersonen: Mag. Dr. Andreas Exner, Livia Cepoiu
Das Projekt Forest EcoValue unterstützt die makroregionale Strategie für den Alpenraum EUSALP und zielt darauf ab, mit deren Aktionsgruppen in Schlüsselbereichen der nachhaltigen Waldbewirtschaftung und Ökosystemleistungen zusammenzuarbeiten. Darüber hinaus unterstützt es die Ziele der Alpenkonvention, insbesondere in den Bereichen Bergwaldwirtschaft, Klimaadaption und Schutz der Biodiversität.
Finanzierung: Interreg Alpine Space Programme 2021 – 2027
Kontaktpersonen: Victoria Yavorskaya Msc.